2008-2014

Die voestalpine von Herbst 2008 bis heute

Rendering HBI-Anlage in Texas

Im Herbst 2008 erreicht der Konjunktureinbruch infolge der weltweiten Banken- und Finanzkrise auch die voestalpine. Die Auftragseingänge sind stark rückläufig. Gegen die sich weiter verschlechternde Situation setzt das schnell und breitflächig umgesetzte Krisenmanagement des Konzerns auf konzernweite Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogramme. Das von der großen Wirtschaftskrise geprägte Geschäftsjahr 2009/10 wird das härteste und schwierigste seit Jahrzehnten. Aber in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 können gegenüber dem Vorjahr bereits wieder sehr deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielt werden.

2008 baut die voestalpine-Gruppe ihre führende Position am wachstumsträchtigen Bahnmarkt mit Weichenaufträgen für Hochgeschwindigkeitsstrecken weiter aus und ist nun auch in Asien Nummer eins bei Hochgeschwindigkeitsweichen. Auch 2009 spielen Weichenkomponenten eine große Rolle, so wird in Frankreich eine Produktion von Weichenkomponenten in Betrieb genommen. In Asien erhält die voestalpine durch ein chinesisches Joint Venture von der chinesischen Eisenbahnbehörde den Zuschlag für die Lieferung von Hochgeschwindigkeitsweichen für zu diesem Zeitpunkt bedeutendste Eisenbahnprojekt in China, die Strecke Peking – Shanghai. Im selben Jahr baut der Konzern seine Position auch in den USA weiter aus. Unter anderem erhält die US-Tochter Roll Forming Corporation (RFC) einen Rekordauftrag von RTI für den Boeing 787 Dreamliner.

Die voestalpine unterstützt die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz als Kulturhauptstadt Europas 2009 (Projekt „Linz 09“). Im Herbst desselben Jahres wird die voestalpine Stahlwelt feierlich eröffnet.

Trotz der Weltwirtschaftskrise, die das Geschäftsjahr 2009/10 prägte, setzt die voestalpine Stahl GmbH 2010 das 700 Millionen Euro schwere Großinvestitionsprogramm „L6“ weiter um, allerdings werden einzelne Teile etwas verschoben („L“ steht für den Standort Linz und „6“ für die Erhöhung der Rohstahlkapazität von rund 5,4 auf über 6 Millionen Tonnen pro Jahr). Im Rahmen dieses Projektes werden u. a. 2011 die umgebaute Breitbandstraße in Betrieb genommen sowie ein Tiegelgasgasometer und eine neue DeNOx-Anlage (Entstickungsanlage) bei der Sinteranlage, die die sauberste Europas ist, errichtet und 2012 in Betrieb genommen. Die Böhler Welding Group eröffnet in Indonesien das erweiterte Werk für Schweißzusatzstoffe.

2012 wird zur weiteren Effizienzsteigerung eine neue Konzernstruktur beschlossen - die Divisionen Automotive und Profilform werden zusammengeführt (Metal Forming). Durch eine Divisions-Umbenennung und der Entscheidung nur mehr englische Begriffe für die Divisionen zu verwenden, ergeben sich aus den fünf Divisionen nunmehr folgende vier: Steel Division (vorher Division Stahl), Special Steel (vorher Division Edelstahl), Metal Engineering Division (vorher Division Bahnsysteme) und Metal Forming Division.

2012 - Die voestalpine investiert in den nächsten Jahren über 100 Mio. Euro in neue Werke in China, den USA, Südafrika, Rumänien und Deutschland als Teil einer umfassenden Globalisierungsstrategie im Automotive-Bereich. In den USA erfolgt der Spatenstich für das neue Werk seiner Metal Forming Division in Cartersville, Georgia, zur Herstellung von Automobilekomponenten. Durch eine Akquisition im Edelstahlbereich baut der Konzern seine Marktposition in Nordamerika weiter aus.

Nach einer Konsolidierungsphase infolge "der Krise" wird die Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2012/13 stark ausgeweitet. Der Konzern nimmt die bislang größte Auslandsinvestition mit dem Bau einer Direktreduktionsanlage in Texas in Angriff. Der Spatenstich erfolgt im April 2014.

Die globale Automotive-Präsenz wird 2012 mit der "phs"-Zukunftstechnologie massiv ausgebaut und die voestalpine schließt mit einem führenden europäischen Automobilhersteller den bisher größten Einzelvertrag seiner Division Automotive ab. Im Rahmen des Internationalen Automobil-Salons in Genf wird eine revolutionäre Weiterentwicklung der patentierten Produktinnovation phs-ultraform®, ein von der voestalpine entwickelter feuerverzinkter, höchstfester Stahl für Karosserieteile in Leichtbauweise präsentiert. 2012 jährt sich auch der Durchbruch zum LD-Verfahren und dessen Entwicklung zum 60. Mal, was auch als Vermächtnis und Auftrag verstanden wird. Die voestapine hebt die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung für das Geschäftsjahr 2013/14 auf ein neues Rekordhoch von 130 Mio. Euro, das im Geschäftsjahr 2014/15 mit 141 Euro erneut übertroffen wird. Mit 700 Forschern weltweit ist die voestalpine ein sehr forschungsintensives Unternehmen.

Die Mitarbeiter halten 2013 rund 14 % der Anteile an der voestalpine AG. Es ist die größte Mitarbeiterbeteiligung in Österreich.

Die Unternehmensgruppe ist mit mehr als 500 Konzerngesellschaften und -standorten in über 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten und beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2013/14 wird ein Umsatz von 11,2 Mrd. Euro erzielt.