1993-1995

Die VOEST-ALPINE STAHL AG bis zum Beginn der Privatisierung

Entstaubungssystem Sinterband
Offizielle Inbestriebnahme Entstaubungssystem Sinterband 5 (1993)

Vor dem Hintergrund einer anhaltenden Krise des Stahlmarktes wird Ende 1993 die VOEST-ALPINE STAHL AG als Management-Holding in die drei Divisionen Flachprodukte, Langprodukte und Handel mit Leit- und Tochtergesellschaften sowie Beteiligungen gegliedert. Bearbeitungs- und Servicestandorte befinden sich in Deutschland, Belgien, Italien und Frankreich. Zur Optimierung des Portfolios werden 1994 Bereiche abgegeben, die außerhalb der Kernsegmente liegen oder unzureichende Konzernsynergien aufweisen (z. B. VOEST-ALPINE Stahl Judenburg GmbH). Es folgte eine Konzentration und Spezialisierung auf Nischenprodukte im anspruchsvollen Qualitätsbereich. Ein ausgewogenes Kundenportfolio – Hauptabnehmer sind vor allem die führenden europäischen Automobil- und Hausgerätehersteller, die Bauindustrie sowie die internationalen Bahnverwaltungen – wird ein essentielles Merkmal.

In diesen beiden Jahren wird am Standort Linz u. a. ein weltweit neues Feinentstaubungssystem für das Sinterband 5 in Betrieb genommen, das von der VOEST-ALPINE Stahl Linz GmbH in Zusammenarbeit mit der VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau GmbH in zweijähriger Forschungsarbeit entwickelt wurde.

Im Linzer Ausbildungszentrum wird das Mechatroniklabor eröffnet und der Ausbau der elektrolytischen Bandverzinkung abgeschlossen. Der Lehrberuf „Mechatroniker“ wurde von der VOEST-ALPINE Stahl in Linz in Zusammenarbeit mit der Universität Linz entwickelt.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten in Forschung & Entwicklung liegt auf metallisch veredelten Feinblechen und solchen mit dünner organischer Beschichtung (neu entwickelte Systeme bei colofer®). Außerdem wurden u. a. auch Werkstoffe für den Einsatz als Konstruktionsstähle in der Offshoretechnik entwickelt.

Weiters werden 1994 für die folgenden Jahre u. a. folgende Großinvestitionen beschlossen: Installation einer kontinuierlichen Glühe, Errichtung einer neuen Stranggießanlage im LD-Stahlwerk 3 und Konzentration der Kaltwalzwerkaktivitäten im Kaltwalzwerk 2 (alle in Linz) sowie Investitionen zur Sicherung der hohen Qualitätsstandards bei der Schienenproduktion (Donawitz).

Das Jahr 1995 steht ganz im Zeichen des Übergangs der VOEST-ALPINE STAHL AG aus dem Bereich der mehrheitlich verstaatlichten Industrie in ein börsennotiertes Unternehmen.