Prüfzentrum

In der Probenwerkstatt werden jene Materialproben aufbereitet, die während des Produktionsprozesses entnommen worden sind. Aus den Blechproben werden an teilautomatisierten Bearbeitungsmaschinen die späteren Prüfkörper herausgearbeitet.
In unserem akkreditierten Prüfzentrum, dem modernsten Europas, werden die Prüfkörper zuerst präzise vermessen, dann in der Zugprüfmaschine eingespannt und einer einachsigen Zugbelastung ausgesetzt. Bei diesem Versuch gewinnen wir Erkenntnisse über die mechanischen Eigenschaften des Stahles, wie Zugfestigkeit oder Dehnungswerte.
Die Bleche können auf Anfrage unserer Kunden einer Reihe weiterer technologischer Tests unterzogen werden, wie zum Beispiel dem Kerbschlag-Biegeversuch. Dabei wird jene Energie gemessen, die das Pendel verbraucht, um die gekerbte Probe zu durchschlagen. Dies gibt Aufschluss über die Zähigkeit des Stahls bei unterschiedlichen Prüftemperaturen. Durch eine vorhergehende Behandlung der Proben im Kühlbecken kann das Verhalten des Werkstoffes unter extrem niedrigen Temperaturen simuliert werden.
Im Battelle-Versuch fällt der Hammer eines Fallwerkes auf den Prüfkörper, der mit einer definierten Kerbe versehen ist und auf eine vorgegebene Temperatur gekühlt wurde. Die Auswertung der Bruchfläche der zerschlagenen Probe lässt erkennen, ob der Stahl bei der vorgesehenen Einsatztemperatur zäh oder spröde bricht.
Im Korrosionslabor werden Tests durchgeführt, um die Sauergasbeständigkeit von Röhrenstählen in sauren Medien und die Korrosionsbeständigkeit der hochlegierten Auflagewerkstoffe von walzplattierten Blechen nachzuweisen.
Neben der Werkstoffentwicklung wird in unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung auch an der Optimierung der Produktionsprozesse gearbeitet. Darüber hinaus dienen vielfältige Schweiß- und Umformversuche, bruchmechanische und Schwingfestigkeitsuntersuchungen sowie Simulationen des Werkstoffverhaltens dazu, das breite Eigenschaftsprofil unserer Stähle anwendungsbezogen auszuloten.