Ute Lemper

„Ich bin ein singender Theatermensch.“
Ute Lemper – Weltbürgerin und Weltstar – und Deutschlands einziger internationaler Cabaret- und Musical-Star wagt den Spagat zwischen Chanson, Musical, Tanz und Film.

New York, Lissabon, Venedig, Madrid, Wien und London sind einige Stationen in Ute Lempers künstlerischem Leben.

Die weltberühmte Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin wurde am 4. Juli 1963 als Tochter eines Bankkaufmanns im westfälischen Münster geboren. Bereits während ihrer Schulzeit nahm sie Klavier- und Ballettunterricht und spielte am örtlichen Stadttheater. Ihre Gesangskarriere startete sie im Alter von 15 Jahren in Jazz- und Piano Bars. Nach dem Abitur begann Ute Lemper mit dem Schauspielstudium am Wiener Max-Reinhardt-Seminar.

1983 - Ute Lemper war 20 Jahre alt - wurde ihr eine Rolle im Musical "Cats", in Peter Wecks gefeierter Inszenierung am Theater an der Wien angeboten. Der Startschuss zu ihrer großen Karriere im deutschsprachigen Raum! Den 300 Aufführungen, die sie in Wien bestritt, folgten Auftritte in der Titelrolle des Musicals "Peter Pan" im Theater des Westens in Berlin.

1986 lernte Ute Lemper am Stuttgarter Stadttheater den Regisseur und „Theatermagier“ Jérôme Savary kennen, der sie nach Paris holte und ihr für eine in Lyon, Düsseldorf, Rom und Paris geplante Produktion von „Cabaret“ die Rolle der „Sally Bowles“ anbot.
Für ihre mitreißende Darbietung der Rolle am Pariser Théâtre Mogador wurde „La Lemper“ in Frankreich als "Entdeckung des Jahres" gefeiert und 1989 mit dem erstmals vergebenen Pariser Förderpreis "Molière" ausgezeichnet.
Mit der Rolle der Sally Bowles wurde Ute Lemper zum europäischen Star!

Bereits während ihres Aufenthalts in Berlin entdeckte Ute Lemper Kurt Weill. 1987 spielte und sang sie in New York vor ausverkauftem Haus in einer Show, die auf dem Leben und Werk Kurt Weills basierte. Dies war das Sprungbrett für ihre erste weltweite Gastspielreise mit Auftritten an den renommiertesten Häusern: am Mailänder Piccolo Teatro, am Berliner Ensemble, in Tokio und Hongkong, in der New Yorker Alice Tully Hall, am Bouffes du Nord in Paris, beim Jerusalem Festival, am Almeida Theatre und an der Royal Festival Hall in London sowie am Poliorama in Barcelona.
Die Musik von Kurt Weill gehört seitdem zu ihrem Repertoire, ist ein Teil ihres Markenzeichens geworden.

Ute Lemper zog es immer raus in die große weite Welt. Nachdem sie in Deutschland erst als Inkarnation von Marlene Dietrich gefeiert und dann 1992 von Kritikern für ihre Rolle als „Lola“ im "Blauen Engel", unter der Regie von Peter Zadek, gnadenlos verrissen wurde, versuchte sie es eben anderswo.
Sie kehrte ihrer Heimat den Rücken und lebte in London und Paris – wo sie die poetische Welt des Chansons eroberte.

In diesen Jahren wendete sie sich wieder verstärkt Konzertprogrammen zu, in denen sie mit großem Erfolg Chansons von Edith Piaf und Jaques Prevert oder Lieder von Kurt Weill und Friedrich Holländer präsentiert.


International bereits erfolgreich, gelang es Ute Lemper erst im Jahr 1993 in ihrem Heimatland Deutschland die ihr gebührende Anerkennung zu erlangen. Das Multitalent hatte zu jenem Zeitpunkt bereits etliche Filme gedreht und eine Vielzahl an Plattenproduktionen, unter anderem mit Kompositionen Kurt Weills, realisiert.

Ende der 90er Jahre triumphierte sie wieder in einer Musical-Rolle: Mit der Erfolgsproduktion "Chicago", das sie zuerst in London und dann 1998 am Broadway - in ihrer neuen Wahlheimat - New York spielte, wurde sie weltberühmt und zum international umjubelten Broadway Star! Für ihre Interpretation des Vamps „Velma Kelly“ erhielt sie den prestigeträchtigen Laurence Olivier Award - als „Best Actress in a Musical“.

1999 ließ sie das „Musical“-Genre vorerst sein: "Ich hatte eine Überdosis.“ Schuld daran waren die Routine, der Alltag, die Wiederholungen des Ensuite-Spielens. Zum Vergleich zwischen Leistungssportlern und Tänzern sagte sie einmal: "Es hat beides damit zu tun, die eigenen imaginären Grenzen immer weiter nach vorn zu drücken und neu zu definieren."

Sie experimentierte weiter. Michael Nyman komponierte einen Liederzyklus für sie, eigens vertonte Texte von Paul Celan. Schon für den Film "Prosperos Books", wo sie mitspielte, nahm er Lieder mit ihr auf. Aber auch Tom Waits, Nick Cave oder Elvis Costello schrieben für sie und fanden einen Rahmen, der ihr passt.

Sie arbeitete weiterhin mit Michael Nyman zusammen, der die Musik für ihr Album Songbook komponierte. Ihre Diskographie umfasst unter anderem die Doppel-CD „Ute Lemper sings Kurt Weill“, „Die Dreigroschenoper“ und „Die Sieben Todsünden“, ebenfalls von Kurt Weill, darüber hinaus „Illusions“, das auf dem Repertoire von Marlene Dietrich und Edith Piaf beruht, sowie „City of Strangers“, ein Album mit Texten und Musik von Jacques Prévert, Stephen Sondheim, Joseph Kosma, Paul Celan und Hanns Eisler.

Mit diesen beiden Alben unternahm sie Tourneen durch die ganze Welt. „Illusions“ stellte sie am Sydney Opera House vor, und mit „City of Strangers“ gastierte sie einen Monat lang am Théâtre National de Chaillot in Paris. 1996 erschien eine herausragende Sammlung von Songs, die ursprünglich zur Zeit der Weimarer Republik, also in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren, für die Berliner Kabaretts entstanden. Auf diesem Album sind die Kult-Songschreiber der damaligen Ära vertreten: Billing, Heyman, Holländer, Nelson und Spolianski. Eines der Lieder stammt aus der Feder von Berthold Goldschmidt.

Nach „All That Jazz – The Best of Ute Lemper“ aus dem Jahr 1998, erschien im April 2000 das Album „Punishing Kiss“, auf der sie sich für die Interpretation einer Sammlung von Original-Songs von Nick Cave, Scott Walker, Philip Glass, Tom Waits, Elvis Costello and Neil Hannon entschied.

2002 überraschte Ute Lemper ihre zahlreichen Anhänger mit einer weiteren Facette: „Es ist nun an der Zeit, meinen eigenen musikalischen Weg zu gehen“, verkündet sie der einigermaßen erstaunten Öffentlichkeit und veröffentlicht die CD „But One Day“, auf der nicht nur Lieder von Kurt Weill, Hans Eisler, Astor Piazzolla und Jacques Brel, sondern auch eigene Kompositionen zu finden sind.

2006 veröffentlichte sie ihr Album “Blood & Feathers", live aufgenommen im Jahr davor im legendären Café Carlyle in New York, mit Piaf-Songs, Weill-Balladen und eigenen Liedern. Ute Lemper dazu: „Das Publikum sollte sich auf eine rasante Fahrt von Berlin über Paris nach New York gefasst machen, sich vom Geist der Dichter und Provokateure gefangen nehmen lassen, um Geschichten von Krieg und Frieden zu hören, Geschichten von Verführung und Gelassenheit – das Ganze verziert mit Blut und Federn! Piraten Jenny trifft Edith Piaf: Beide erzählen Geschichten von verlorener Liebe, Verrat, Betrug, Politik und Rache im Jahr 2005.“ Die CD ist jenseits jeglicher kommerzieller Ausrichtung angesiedelt und ein neuer Beweis, dass Ute Lemper den bequemen Weg zum Erfolg niemals gehen wollte.

Es gibt kaum ein Genre, das Ute Lemper nicht ausprobiert hätte:
Als Schauspielerin stand sie bei internationalen Filmproduktionen in sehr einprägsamen Rollen auf der Bühne und vor der Kamera, zum Beispiel 1990 als Marie-Antoinette in der französischen Produktion "L'Autrichienne", in Peter Greenaways „Prosperos Books“ oder in Norman Jewisons „Bogus“. In Robert Altmans Medien- und Modewelt Satire "Prêt-à-Porter" löste sie mit Ihrem Auftritt als nackte Hochschwangere große Diskussionen aus.
Maurice Bejart kreierte eigens für Ute Lemper das Ballet „La Mort Subite“, das 1990 in Paris uraufgeführt wurde.
Und sie schrieb ein Buch über einige ihrer Lebensstationen – „Unzensiert“ - erschienen 1995.
Seit 1990 malt sie auch, großformatig und in Öl und stellt in New York, Washington, Paris und Deutschland aus.

Wandlungsfähig und risikofreudig gibt sich Ute Lemper weder mit rauschendem Beifall noch mit den kleinen Skandalen zufrieden. Kontinuierlich und unbeirrbar arbeitet sie an der Erweiterung ihrer stimmlichen und darstellerischen Möglichkeiten und schafft so ihr unverwechselbares künstlerisches Profil.

Ute Lemper lebt mit ihrem zweiten Mann Todd Turkisher und ihren drei Kindern Max, Stella und Julian in Manhattan, New York.



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