Moulin Rouge

Paris 1889. Es ist die Zeit der Weltausstellung und das Jahr, in dem Paris sein Wahrzeichen erhält: den Eiffelturm, das damals höchste Gebäude der Welt, das als Wunderwerk der Technik und des Fortschritts gefeiert wurde.

In diesem Jahr erhält Paris aber noch eine weitere Attraktion:
Im Vergnügungsviertel am Fuß des Montmartre öffnet das Moulin Rouge seine Pforten – und gilt seither als das erste und vor allem als das berühmteste Cabaret der Welt!

Schon bei der Eröffnung staunten die Besucher über diesen extravaganten Ort mit riesiger Tanzfläche, unzähligen Spiegeln, einem steinernen Elefanten im Garten – und über die rote Mühle auf dem Dach. Und am meisten über die Mädchen, in schwingenden Kostümen, die einen revolutionären Tanz zeigten: die „Quadrille“, bei dem sie zu Offenbachs Musik die Röcke schürzten und unter Jubel und mit spitzen Schreien die Beine hochwarfen.
Dieser neue Tanz – der später in „französischer Cancan“ unbenannt wurde - und natürlich die Mädchen waren ein durchschlagender Erfolg!

Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Das Moulin Rouge, das seinen weltweiten Ruhm dem Cancan verdankt und das durch den Maler Henri de Toulouse-Lautrec unsterblich gemacht wurde, bietet seinen Besuchern nach wie vor ein großartiges Spektakel im Stil der „Belle Epoque“ - opulente Kostüme, fantastische Bühnenbilder, mitreißende Originalmusik und natürlich die schönsten Mädchen der Welt!

Viele der Tänzerinnen wurden berühmt und erhielten von ihren Bewunderern liebevolle Spitznamen, wie „la Goulue“ - die „Schlemmerin“ (übrigens die Muse Toulouse-Lautrecs), Jane Avril - genannt Jeanne La Folle oder „Crazy Jane“, Nini Pattes-en-l´Air - die „Beinwerferin“, Grille d`Egout – „Kanalgitter“ oder die sehr junge la Môme Fromage – „Milchgesicht“.

Seit 1957 sind es die „Doriss Girls“, die im berühmtesten Revuetheater Frankreichs ihr Publikum mitreißen und bezaubern. Die aus 60 Tänzerinnen bestehende Tanzgruppe ist nach ihrer Gründerin, „Madame Doris“ benannt, die mit bürgerlichem Namen Doris Haug heißt und aus Deutschland kommt. Die Mädchen werden aus der ganzen Welt rekrutiert und müssen strenge Kriterien erfüllen, neben einer atemberaubenden Figur und einer Körpergröße von mindestens 1,75 m ist auch eine Ausbildung in klassischem Ballett Voraussetzung. Dazu kommt tägliches hartes Training, Unterricht und Proben, um für die zwei Shows pro Tag in Form zu bleiben.

Es ist Tradition – und auch etwas Aberglaube - dass alle Shows im Moulin Rouge mit „F“ beginnen, von „Frou Frou“ bis zu „Formidable“, die so erfolgreich war, dass sie 12 Jahre lang gespielt wurde.
Die aktuelle Show „Féerie“ ist eine aufwendige, farbenprächtige Inszenierung mit 100 Akteuren, davon 60 Doriss Girls und weiteren internationalen Künstlern und Artisten, die zur Originalmusik von 80 Musikern und einem 60-köpfigen Chor auftreten.
Dazu kommen 1000 wertvolle, glamouröse Kostüme, die in den berühmtesten Pariser Modestudios angefertigt wurden sowie 17 neue Bühnendekorationen.

Aber nicht nur die eigenen Tänzerinnen und Shows sind ein Markenzeichen des Moulin Rouge. Auf der Bühne standen auch bereits viele internationale Stars und Legenden, wie Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Frank Sinatra, Bing Crosby oder Elton John. Sie alle traten mit ihren außergewöhnlichen Galaabenden in die Fußstapfen französischer Künstler wie Maurice Chevalier, Jean Gabin, Edith Piaf oder Yves Montand.



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