Julia Migenes

Julia Migenes wurde an der Lower East Side von New York in eine Familie mit griechischer und irisch-puertoricanischer Abstammung hineingeboren und diese Mischung ist Garant für Leidenschaft. Trotz einer schwierigen und von Gewalt gekennzeichneten Kindheit, hat Julia ihre Berufung schon während eines Engagements für die Kinderrolle in Madame Butterfly erkannt, wo sie zum ersten Mal die Kraft und emotionale Stärke von Musik im Zusammenwirken mit Bühnendarstellung erlebt hat.

Ein paar Jahre später, als sie an der New York School for Performing Arts studierte, wurde sie von Leonard Bernstein als Solistin für seine “Young People’s Concerts” auserwählt. Damals begann Julia ihre Broadway-Karriere: Sie war Mitglied der Originalbesetzung von „Fiddler on the Roof“ mit Zero Mostel und spielte die Rolle der Maria in der West Side Story.

Dennoch wurde ihr klar, dass ihre eigentliche Berufung im Singen lag. Dieser Überzeugung folgend brachte sie es auch zu einem Cover-Vertrag an der New York Metropolitan Opera. Als sie als Ersatzsängerin die Hauptrolle in Alban Bergs Stück, das für seinen hohen technischen Schwierigkeitsgrad bekannt ist, übernahm, wurde sie vom Publikum bejubelt und gefeiert: Dies war der Anfang ihrer Opernkarriere.

Die Kunde über diesen neuen Opernstar verbreitete sich rasch bis über den Atlantik, wo Maurice Béjart verzweifelt nach einer Besetzung für seine Salomé suchte, die in Genf aufgeführt werden sollte. Julia Migenes verkörperte die ideale Kombination für diese Rolle: eine Opernsängern von Weltrang und eine Tänzerin voller Anmut.

Während Julia in Genf als Salomé auf der Bühne stand, war der italienische Filmregisseur Francesco Rossi gerade mit dem Casting für seinen nächsten Film beschäftigt: Carmen. Die Hauptrolle erforderte nicht nur eine Opernsängerin und Tänzerin, sondern auch eine Schauspielerin, die über ausreichend Sinnlichkeit verfügen musste, um die brennende Leidenschaft von Bizets Figur zu verkörpern. Das Resultat war eine Julia Migenes, die sich mit ihrer Leistung in einem Film verewigt hat, der seither zu einem Maßstab für die Verfilmung von Opernwerken geworden ist. Der Soundtrack zum Film brachte ihr nicht nur einen Grammy Award ein, sondern weltweite Bekanntheit, die es ihr ermöglichte, sich Zugang zu den größten Theatern der Welt zu verschaffen.

Bis zum heutigen Tage hat Julia Migenes mehr als 20 Alben aufgenommen. Zu den jüngsten zählen: „Vienna“, unter der Leitung von Lalo Schifrin. Innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Veröffentlichung wurde diese Platte bereits vergoldet. „Man of la Mancha“ („L’homme de la Mancha“) aus dem Jahre 1996, unter der Leitung und arrangiert von Paul Gemignani, mit Placido Domingo, Samuel Ramey, Mandy Patinkin; im Jahr 1999 „Robert Stolz” und „The music of Franz Lehar“ für die BBC und im Jahr 2000 Donizettis „Catarina Cornaro“.

1998 schrieb Julia Migenes „Diva on the Verge“, ein Ein-Frauen-Stück, in dem sich Monolog und Oper miteinander vermischen und Julia sich oft über die steife Welt der Oper lustig macht. Sie beweist dadurch ihren Mut zu Witz und Sinn für Humor. Im Jahr 1999 führte sie das Stück in Paris und in anderen Teilen Frankreichs sowie in anderen französischsprachigen Ländern in Französisch auf. Sie ist gerade dabei, eine spanische Version des Stücks für eine Tour in Spanien und Lateinamerika vorzubereiten. Sie steht aber auch weiterhin mit der englischen Version im Rahmen einer Tour durch die USA auf der Bühne.

Im Mai 2001 hat Julia Migenes „Passions Latines“ ins Leben gerufen, einen choreographierten Konzertabend, in dessen Verlauf sie ein Repertoire aus klassischer und traditioneller lateinamerikanischer Musik aus Granados, Villa Lobos, bis hin zu Flamenco, Tango und bekannten zeitgenössischen Salsa-Liedern interpretiert. Sie präsentierte dieses Programm im März 2002 an der Olympia in Paris und im Anschluss daran bei zahlreichen internationalen Sommerfestivals. Im Juli 2002 stellte sie für das Festival d’Avignon „La Argentina“ auf die Beine, eine Hommage an den Tango, die sie gemeinsam mit dem argentinischen Quintett Tiempo Sur bestritt. Im Augenblick läuft eine internationale Tour, die auch eine Vorstellung an dem prestigeträchtigen Pariser Théâtre du Châtelet im November 2003 einschloss.

Julia Migenes hat ein Programm zusammengestellt, das sakralen Liedern gewidmet ist und im Rahmen des Festivals für sakrale Musik in Fès (Marokko) im Juni 2003 uraufgeführt wurde.

Darüber hinaus gehört sie gemeinsam mit Barbara Hendricks zur Besetzung einer neuen Oper, „Angels in America“, von Peter Eötvös, die am Théâtre du Châtelet in Paris im November 2004 aufgeführt wird.
Nähere Informationen erhalten Sie hier ...


Twitter   Facebook   Delicious   Digg!   Email   Print

voestival Archiv

2008
2007
2006
2005

classic 09