Die E-Zukunft des Motors 3 Minuten Lesezeit
Mobilität

Die E-Zukunft des Motors

Volkmar Held

Die Zukunft moderner Verbrennungsmotoren liegt in ihrer Elektrifizierung. Das bestätigen auch Beiträge wie von Robert Fischer (AVL) auf der 11. voestalpine-Synergieplattform.

Da muss keine Konkurrenz sein, wo keine nötig ist: Elektro- und Verbrennungsmotor (nach dem englischen „Internal Combustion Engine“ ICE benannt) können in Symbiose wahre Kraftpakete für die kommenden Jahrzehnte automobiler Zukunft bilden.

Sein nächstes Auto: Ein „Hybridfahrzeug“. Robert Fischer sieht eine gemeinsame automobile Zukunft von Verbrennungs- und Elektromotor.

Neue Forschung für alte Motoren

In seiner über 100-jährigen Geschichte ist der Verbrennungsmotor in seinen unterschiedlichsten Varianten (Otto-, Diesel-, 2-/4-Takt-Motor usw.) immer weiter verbessert worden. Bestanden diese Veränderungen anfangs vor allem in der Erhöhung von Betriebssicherheit und Effizienz, ist in den letzten Jahrzehnten auch der Aspekt des Umweltschutzes dazugekommen. Mit der verstärkten Fokussierung auf den Elektromotor ist der ICE aber keineswegs aus den technischen Entwicklungsabteilungen verschwunden. Im Gegenteil. „Dem Verbrennungsmotor stehen dramatische Änderungen bevor“, weiß Robert Fischer, Vorstandsmitglied der AVL List GmbH, Graz. Dabei meint er zum einen die radikale Minimierung von Emissionen, die er als durchaus lösbar ansieht. Zum anderen ist es die Verschmelzung der Vorteile von Verbrennungs- und E-Motor: „Die Zukunft der herkömmlichen Fahrzeugmotoren auf Kraftstoffbasis liegt in ihrer Elektrifizierung!“

Elektro-ICE-Trends

Beispiele aktueller Trends der gemeinsamen Kraft von E-Motor und ICE:

  • Rekuperation, Umwandlung von Brems- in elektrische Energie;
  • Startergeneratoren, geben dem Verbrennungsmotor beim Start „Schwung“ (so genannte „Booster“);
  • Start-Stop-Funktion, schaltet im (Nicht-)Bedarfsfall den ICE ab und wieder an;
  • elektrischer Turbolader, erhöht die Leistung des ICE;
  • Range Extender (Reichweitenverlängerung), die mechanische Leistung eines ICE wird nicht direkt in den Antrieb umgesetzt, sondern für die Bereitstellung zusätzlicher Elektroenergiereserven genutzt.

Die Kombination von Rekuperation und Startergeneratoren soll im Stadtverkehr Kraftstoffeinsparungen von 10 bis 15 % erbringen. Voraussetzung der neuen hybriden Motortrends ist die Umstellung des Bordnetzes auf 48 V. Nur so können die verbesserten Nebenaggregate ihre volle Leistungskraft entwickeln.

Hybride Zukunft

Für Robert Fischer ist Vielfalt im Antrieb der Trend automobiler Zukunft: „Auf der Langstrecke wird der modifizierte, hocheffektive Verbrennungsmotor die beste Lösung bleiben – nicht zuletzt aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen. Denn hochgerechnet benötigten wir dort ca. 50-mal mehr E-Ladestationen, als es jetzt Tankstellen gibt! Die reine E-Lösung wird sinnvollerweise in Ballungszentren bzw. Städten dominieren.“

Bis zum Jahr 2030, so Fischer auf der 11. voestalpine-Synergieplattform, werde es kaum noch ICE-getriebene Autos geben, die ohne Elektrifizierung auskommen.

"Die Zukunft der herkömmlichen Fahrzeugmotoren auf Kraftstoffbasis liegt in ihrer Elektrifizierung!"
Robert Fischer, Vorstandsmitglied Engineering und Technologie Antriebsstrang, AVL List GmbH