Das Recycling-Wunder Stahl 2 Minuten Lesezeit
Mobilität

Das Recycling-Wunder Stahl

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Die Stahlindustrie ist Vorreiter beim Schließen von Stoffkreisläufen. Recycling spielt bei der Produktion von Rohstoffen eine entscheidende Rolle und macht Stahl zu einem nachhaltigen Werkstoff mit Zukunft.

Ein fabrikneues Auto werden wohl die wenigsten Personen mit Schrott assoziieren. Bei der Herstellung von Automobilen ist Altmaterial aber ein nicht wegzudenkender Faktor, denn jedem Neuwagen und seinen Einzelteilen geht ein Schrottwürfel voraus. Im Unterschied zu anderen Materialien ist Stahl ein Werkstoff, der nahezu verlustfrei immer wieder recycelt werden kann. Auf verschiedene Weise benutzte Stahlprodukte werden wiederverwertet und so immer wieder zu einem wichtigen Teil des Produktionsprozesses. Sie werden beispielsweise zu Komponenten der Automobilindustrie, etwa zu Heckklappen, die in der Fertigung von Neuwagen und als Ersatzteile eingesetzt werden.

Im „Stahlkreislauf“ wird aus alt neu

Am Anfang steht die Stahl- bzw. Edelstahlerzeugung: Bei der Produktion von einer Tonne Rohstahl werden beispielsweise 250 Kilogramm Schrott verwendet. Das erste Ergebnis aus dem Stahlwerk ist dabei der sogenannte Coil, also das aufgewickelte Stahlband. Aus ihm werden im Presswerk dann Komponenten für die verschiedensten Automodelle hergestellt.

Stahlkreislauf

Endergebnis des Prozesses sind Struktur- und Außenhautteile wie beispielsweise die Hecklappe und Ersatzteile, mit denen Autos zehn bis fünfzehn Jahre weiter versorgt werden können.

Werden die Autoteile nicht mehr gebraucht, können sie recycelt und wieder in den Kreislauf integriert werden. Dafür werden die verschiedenen Komponenten mit Werkzeugen aus Edelstahl zerkleinert und als Schrott am Beginn des Produktionsprozesses wieder zugefügt.

Nachhaltiger Werkstoff  

Weil Stahl sich innerhalb dieser Wiederaufbereitung als wahres Nachhaltigkeitswunder erweist, ist er auch weltweit das am meisten recycelte Material und sorgt über den gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet für eine sehr gute Ökobilanz. In fast allen Ländern gibt es Stahlwerke, die Stahlprodukte nach ihrer Nutzungszeit wieder in den Produktionsprozess zurückführen. Das spart Energie und Ressourcen. Das Stahlrecycling trägt somit als entscheidender Bestandteil des Produktionsprozesses auch dazu bei, Emissionen wie die des schädlichen Treibhausgases CO2 zu vermeiden. Der „Stahlkreislauf“ ist damit einer der Schlüsselfaktoren industrieller Nachhaltigkeit. In Zukunft wird er zu einer Zielmarke und hoffentlich auch Standard bei der Wiederaufbereitung anderer Werkstoffe werden.

Viktoria Steininger