Wie Technologie unsere Arbeit verändert: Rupert Stocker 3 Minuten Lesezeit
Karriere

Wie Technologie unsere Arbeit verändert: Rupert Stocker

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Als Betriebsleiter bei BÖHLER Schmiedetechnik GmbH & Co KG im Bereich Endfertigung und Produktbearbeitung in Kapfenberg, Österreich ist Rupert Stocker verantwortlich für die Personalverfügbarkeit, den Maschinenpark und die Qualität der Produkte, die in seinem Verantwortungsbereich bearbeitet werden.

Als Technologie- und Industriegüterkonzern gestalten wir unsere Zukunft aktiv mit. Wie sich unser beruflicher Alltag durch technologische Entwicklungen im Laufe der Zeit verbessert hat, haben wir unsere Kollegen rund um die Welt gefragt. Es sieht so aus als wäre Technologie in unserem Alltag schon lange integriert und positiv spürbar – lesen Sie hier erste Antworten und Meinungen.

Als Betriebsleiter bei BÖHLER Schmiedetechnik GmbH & Co KG im Bereich Endfertigung und Produktbearbeitung in Kapfenberg, Österreich ist Rupert Stocker verantwortlich für die Personalverfügbarkeit, den Maschinenpark und die Qualität der Produkte, die in seinem Verantwortungsbereich bearbeitet werden. Für ihn bedeuten digitale Fortschritte in der Messtechnik einen höheren Durchsatz. Mit Entwicklungen im Bereich Automatisierung gehen für ihn aber auch neue Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Mitarbeiter einher.

Was sind die technologischen Aspekte Ihrer Arbeit?

Im Rahmen meiner Tätigkeit setze ich mich mit neuen Technologien bzw. dem Technologiewandel insbesondere im Zusammenhang mit Automatisierungspotenzialen und Digitalisierung auseinander. Ein Beispiel für die Etablierung neuer Technologien in unserem Betrieb ist der erfolgreiche Einsatz von Robotern im Rahmen der Vermessung.

Auch die gesamte Kommunikation und Darstellung von Informationen, zum Beispiel von relevanten Kennzahlen oder für den Herstellungsprozess wichtigen Informationen, werden bereits über eigene Applikationen abgebildet. Das zeigt sich darin, dass sämtliche relevanten Infos am Tablet oder auf Infoscreens zur Verfügung gestellt werden und jederzeit vor Ort im Betrieb abrufbar sind.

Wie hat sich der Einsatz von Technologie über die Jahre verändert?

Es wird definitiv mehr Technologie eingesetzt. Zum Beispiel werden in der Endfertigung Produkte unter anderem auf ihre Maßhaltigkeit überprüft. Diese Kontrolle der Maßhaltigkeit wurde noch vor vier Jahren ausschließlich mit Kontrollschablonen und mit manuellen Messbehelfen wie zum Beispiel Messschiebern durchgeführt. Mittlerweile kommt ein optisches 3D-Messgerät zum Einsatz, welches das Bauteil automatisch vermisst. Die Aufgaben des Mitarbeiters haben sich somit vom aktiven Messen des Bauteils hin zur Überwachung des automatisierten Messsystems verschoben.

Mit dieser neuen Messtechnologie hat sich der Durchsatz bei der Vermessung erheblich erhöht, aber auch die Menge an digitalen Daten, die gespeichert und weiterverarbeitet werden müssen. Der Einsatz entsprechender IT-Lösungen im Zusammenhang mit der Verarbeitung von großen Datenmengen (Big Data) ist somit ein weiteres wichtiges Thema, mit dem wir im Betriebsalltag zu tun haben. 3D-Modelle, die durch das beschriebene Messsystem erzeugt werden, können bei Folgearbeitsschritten wie zum Beispiel der Bearbeitung zur Optimierung des Fräsprogrammes herangezogen werden. Diese zukünftige Verknüpfbarkeit von einzelnen Arbeitsschritten hat natürlich einen wesentlichen Einfluss auf den gesamten Produktionsprozess.

Wie wird sich der Einsatz von Technologien in Ihrem Bereich über die nächsten Jahre verändern und entwickeln?

Durch Digitalisierung und Automatisierung (Robotik) und alle damit verbundenen technologischen Neuerungen wird sich eine Vernetzung der Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette und über diese hinaus entwickeln. Es werden zukünftig prozessrelevante Informationen nicht mehr vom Menschen erfasst, analysiert und wieder ins System eingebracht, sondern das intelligente System wird sich selbst auf sich kontinuierlich ändernde Restriktionen einstellen und Korrekturen im Prozess anstoßen.

Weiters werden schwere und immer wiederkehrende Tätigkeiten zunehmend von Robotern unterstützt oder zur Gänze übernommen, um die menschliche Arbeitskraft zu entlasten und die Prozessstabilität zu sichern. Für den einzelnen Mitarbeiter führt dies zu einer Veränderung der ihm übertragenen Aufgabenstellungen bzw. Aufgabengebiete: Neue Herausforderungen und Chancen, speziell in der Produktion, werden so geschaffen.

Der Arbeitgeber ist in diesem Zusammenhang gefordert, neue Konzepte zur Arbeitsplatzgestaltung und zu den Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikation zu entwickeln. Somit muss neben der Auseinandersetzung mit den sich rasant weiterentwickelnden Technologien, die in immer kürzerer Frequenz zur Verfügung gestellt werden, auch eine intensive Auseinandersetzung mit der Weiterentwicklung des Arbeitsumfelds einhergehen.

Viktoria Steininger