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Weltweit fit für die Zukunft

In Deutschland und Österreich ist es gang und gäbe eine drei- bis vierjährige Berufsausbildung zu absolvieren. Doch nicht in allen Ländern, in denen voestalpine präsent ist, gibt es ein vergleichbares Ausbildungssystem. Da der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften beständig hoch ist, exportiert die Metal Forming Division der voestalpine nicht nur Produkte, sondern auch das Konzept „Lehre“ – und entwickelt Ideen, wie man junge Menschen dafür interessiert.

Zwar gibt es den „US-Lehrling“ in gewisser Weise schon, dieser ist aber in den meisten Fällen um einiges älter als der Durchschnittslehrling, wie wir ihn kennen. Doch Berufsnachwuchs ist substanziell für alle Konzernstandorte. In vielen Ländern adaptieren voestalpine-Gesellschaften das österreichische System und erreichen so nicht nur motivierten Nachwuchs, sondern auch die Anerkennung der Gemeinde- und Landespolitiker.

Ideen her!

Ein guter Name allein ist keine Garantie für einen sicheren Zustrom an Nachwuchs-Facharbeitern. Zumal voestalpine nicht überall einen so hohen Bekanntheitswert besitzt wie in Österreich. Das merken Personalverantwortliche weltweit. Nicht nur in Großbritannien oder Brasilien müssen Einfälle her, um jungen Menschen die Attraktivität einer Ausbildung näherzubringen. Doch auch in Österreich gilt es, die Bemühungen um gute Lehrlinge ständig zu erneuern und mit frischen Ideen aufzuladen.

Konzernweit waren im vergangenen Geschäftsjahr 1.377 Lehrlinge in Ausbildung. 70.000 Euro investiert voestalpine in die Ausbildung eines jeden Lehrlings im dualen Ausbildungssystem. Das ist die wohl wichtigste Zukunftsvorsorge des Konzerns.

Brasilien

Die voestalpine Meincol S. A. startete 2012 mit einem internen Lehrlingsprogramm, das in Abstimmung mit dem National Service of Industry angeboten wird. Derzeit wird bereits die dritte Gruppe mit 14 Lehrlingen ausgebildet. Für die Gewinnung von Fachkräften baut die brasilianische voestalpine-Tochtergesellschaft auf die Kraft des Vorbilds: Vor allem junge Familienangehörige sollen mit Informationen aus erster Hand ermutigt werden, sich für eine Lehre bei Meincol zu bewerben.

Beeindruckend: Die Lehrlinge der ersten Ausbildungsklasse von voestalpine Meincol (BRA).

Beeindruckend: Die Lehrlinge der ersten Ausbildungsklasse von voestalpine Meincol (BRA).

Neben einer regulären Schule besuchen die Lehrlinge nachmittags Klassen bei Meincol. Ein Handicap: Nach Landesrecht dürfen Minderjährige noch keine Ausbildung in der Fabrikhalle erhalten – sie bekommen eine alternative praktische Ausbildung.

Wir freuen uns, gerade in einer problematischen Phase der brasilianischen Wirtschaft 30 Prozent unserer Lehrlinge mit Abschluss übernehmen zu können.Antonio Cali, Industrial Managing Director

 

Deutschland

voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd nimmt am bewährten dualen Ausbildungssystem teil. In der Regel werden alle Auszubildenden übernommen. Neben einer gezielten Online- und Printwerbung, dem Angebot von Praktika und „Schnuppertagen“ baut man in Schwäbisch Gmünd auf die Präsenz bei Ausbildungsmessen.

Präsent: Lehrlinge der Automotive Components Schwäbisch Gmünd überzeugen auf Ausbildungsmessen vom Wert einer Lehre bei voestalpine.

Präsent: Lehrlinge der Automotive Components Schwäbisch Gmünd überzeugen auf Ausbildungsmessen vom Wert einer Lehre bei voestalpine.

Der Clou: Die jungen Besucher treffen hier auf fast gleichaltrige Lehrlinge, die mit Erfahrungen aus erster Hand von einer Lehre bei voestalpine überzeugen können.

Wir freuen uns die jungen Menschen beim ersten Schritt in die Berufswelt zu unterstützen und zu begleiten.Birgit Reimers, Teamleiterin Personal, voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd

 

Niederlande

Auch beim Schwesterunternehmen voestalpine Automotive Components Bunschoten baut man bei der Nachwuchsarbeit auf die Erlebnisfähigkeit von Kindern und Jugendlichen. Dafür kooperiert sie seit 2016 mit JINC, einer Non-Profit-Organisation des Business Sektors, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schülern spezifische, praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern (z. B. über „Schnupperlehren“) zu ermöglichen. JINC lässt Schüler frühzeitig mit der Wirtschaft in Kontakt kommen. Sie üben Wissen anzuwenden, lernen verschiedene Berufe kennen und entdecken zusammen mit einem Trainer, welche Tätigkeit ihren Fähigkeiten und Begabungen entspricht.

 

England

voestalpine Metsec plc bildet seit Jahren Lehrlinge auf beispielgebende Weise aus. Der Rollforming-Spezialist in Oldbury, nahe Birmingham, baut auf ein striktes betriebseigenes Ausbildungsprogramm. Das ist in Großbritannien nicht die Regel; die meisten Unternehmen überlassen die Lehrausbildung externen Anbietern oder Colleges. Das erste Jahr des 3-jährigen Programms verbringen die Auszubildenden im hauseigenen Ausbildungscenter, wo sie sich praktische Fertigkeiten der Metallbearbeitung aneignen. Die nächsten zwei Jahre arbeiten sie in allen Abteilungen des Unternehmens, um einen Überblick über die Betriebsabläufe zu gewinnen.
Erklärtes Ziel der voestalpine Metsec ist es, bis 2020 aus selbst ausgebildetem Nachwuchs 20 % der eigenen Arbeitskräfte zu rekrutieren. Umwelt- Sicherheits- und Schulungsbeauftragter Steve Giles, der als Lehrlingsbotschafter (“Apprentice Ambassador”) 2016 ausgezeichnet wurde, unterstreicht: „Unser Programm ermöglicht den Lehrlingen zu verstehen, wie das Unternehmen als Ganzes funktioniert. Vom ersten Tag an fühlen sie als Teil des Teams.“ 2016 konnte der 100. Lehrling bei voestalpine Metsec begrüßt werden.

Ausgezeichnet: Steve Giles (Mitte) ist “Apprentice Ambassador” des Jahres 2016.

Ausgezeichnet: Steve Giles (Mitte) ist “Apprentice Ambassador” des Jahres 2016.

 

USA

Auch die voestalpine-Gesellschaften in den USA müssen berücksichtigen, dass vor Ort kein mit der dualen Ausbildung vergleichbares Ausbildungssystem existiert. So baut z. B. die voestalpine Roll Forming Corporation (RFC) in Shelbyville, Kentucky, auf ein eigenes Lehrlingsprogramm: In einem Zeitraum von vier Jahren hat der Facharbeiter-Nachwuchs 576 Schul- und mehrere tausend praktische Arbeitsstunden zu absolvieren.
Der Gouverneur von Kentucky ehrte RFC im September für ihre Leistung, mit diesem Programm zahlreiche Werkzeugmacher-Lehrlinge zum Abschluss geführt zu haben. Für ihn sei die Lehre bei RFC ein Vorzeigemodell für andere Unternehmen in Kentucky.

Geehrt: Kentuckys Gouverneur Matt Bevin (3. v. r.) ehrte voestalpine RFC für ihr Ausbildungsprogramm

Geehrt: Kentuckys Gouverneur Matt Bevin (3. v. r.) ehrte voestalpine RFC für ihr Ausbildungsprogramm

 

Mit einer vergleichbaren Vorbildwirkung zeichnet sich voestalpine Automotive Components Cartersville aus. Das unterstreicht auch die Botschafterin der USA in Österreich, Alexa Wesner. Das duale Modell der Berufsausbildung, wie es das Unternehmen in Georgia mit seinem Ausbildungsprogramm, z. B. für Studenten des Bartow County College und Career Academy, vorexerziert, könne als Modell für den technischen Sektor der USA dienen. (Rede Botschafterin Alexa Wesner vom 21.4.2016)

Stahlhart: Absolventen der modellhaften Lehre bei voestalpine Automotive Components Cartersville.

Stahlhart: Absolventen der modellhaften Lehre bei voestalpine Automotive Components Cartersville.

 

Die voestalpine Rotec Inc. in Lafayette, Indiana, engagiert sich in regionalen Netzwerken für die Nachwuchsförderung. Mithilfe von Programmen wie dem Youth Summit und der Manufacturing Week im Großraum Lafayette können sich Unternehmen High School Schülern vorstellen. voestalpine Rotec nutzte die Chance, über Job- und Praktikums-Angebote zu informieren.

Informativ: Job- und Praktikumsangebote aus erster Hand in Lafayette (USA).

Informativ: Job- und Praktikumsangebote aus erster Hand in Lafayette (USA).

 

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