Praktikum auf der anderen Seite des Atlantiks 3 Minuten Lesezeit
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Praktikum auf der anderen Seite des Atlantiks

Vom tropischen Klima Brasiliens ins alpine Klima Österreichs und vom brasilianischen Portugiesisch zum österreichischen Deutsch. Ein Erfahrungsbericht von Amanda Silva, die in der Konzernkommunikation der voestalpine ein dreimonatiges Praktikum absolviert.

Erste Auslandserfahrung

Ich kam am 2. April in Linz, Österreich, an, um einen neuen Abschnitt meines beruflichen, aber auch meines Privatlebens, zu beginnen. In Brasilien bin ich bei Villares Metals, einer voestalpine-Tochtergesellschaft, für den Online & Social Media Auftritt verantwortlich.

Wie jeder, der zum ersten Mal verreist, beobachtete ich alles um mich herum: die Leute, Schilder, Verkehrsmittel – und den ersten Unterschied zwischen den beiden Ländern stellte ich sofort fest: die Temperatur, eben noch 28°, jetzt 5°.

Die Tage vergingen und einiges fiel mir besonders auf, worin sich der österreichische vom brasilianischen Alltag unterscheidet:

  • die Sicherheit in der Fortbewegung: Man kann „rund um die Uhr“ ruhig durch die Straßen spazieren und mit dem Zug fahren und dabei selbständig alle Orte erkunden.
  • das Betreiben von Sport: Es ist erstaunlich und vom Klima ganz unabhängig: Überall sieht man Leute laufen, Rad fahren, trainieren und der Ansporn zu all dem beginnt schon in der Kindheit. Die Kinder sind immer mit ihren Eltern zusammen.
  • die Kraft der Musik (insbesondere der klassischen): An jeder Ecke findet man Spuren der Musik, wie Geschäfte, in denen Instrumente verkauft werden, Opernhäuser, Theater und Leute, die auf der Straße Musik machen.

Sich an eine andere Art zwischenmenschlicher Beziehungen gewöhnen

Kulturelle Unterschiede sind spürbar und zweifellos gehört dazu auch die andere Art der zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Brasilianer sind etwas kontaktfreudiger und gesprächiger, die Österreicher (oder Europäer) reservierter.

Die einzige wirkliche Schwierigkeit, auf die ich stieß, war die Sprache, denn ich spreche nicht Deutsch und das ist die offizielle Landessprache. Zum Glück sprechen die meisten Englisch und mit der Zeit sind durch meine Kontakte in der Arbeit zu meinem Wortschatz auch ein paar grundlegende Wörter auf Deutsch hinzugekommen.

"Dadurch, dass ich mit einer Österreicherin zusammenwohne, bekomme ich auch mehr von der Kultur und den Sitten und Gebräuchen mit, was mir bei meinen Kontakten in der Arbeit, auf der Straße, in Geschäften, im Zug, überall, hilft."
ZitatAmanda Silva, Villares Metals

Und in der Arbeit …

Im Arbeitsleben bestehen viele Unterschiede. Dazu gehören:

  • Zeiteinteilung: Brasilianer sind hier flexibler und eine für 30 Minuten anberaumte Sitzung kann leicht eine Stunde dauern, die Österreicher sind in dieser Angelegenheit viel strikter.
  • Klare Definition der Verantwortung: in Brasilien teilt man sich die Verantwortung eher, während in Österreich klar festgelegt ist, wer was tut und wie weit man sich in das, was der andere tut, einmischt oder daran mitwirkt.
  • Ausschließlich berufliche Kontakte: in Brasilien knüpft man in der Arbeit Kontakte. Der Arbeitskollege ist auch Reisegefährte usw. In Österreich besteht eine sehr klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben.
"Es dauert noch etwas mehr als einen Monat bis zum Ende dieser täglichen Lernerfahrung und in der verbleibenden Zeit wartet sicher noch in allen Bereichen die eine oder andere Überraschung auf mich."
ZitatAmanda Silva, Villares Metals