Interview mit Technik-Trainees 3 Minuten Lesezeit
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Interview mit Technik-Trainees

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Karriere-Themen sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er Einblicke in die Arbeitswelten des voestalpine-Konzerns.

Im folgenden Interview geben die beiden Technik-Trainees Fabian Duschel und Harald Huber Einblicke in die letzten drei Monate, in denen sie im Bereich „Technik Roheisen“ mitarbeiten durften.

Interview mit Technik-TraineesNach mehr als fünf Jahren startete im November 2013 die voestalpine Steel Division wieder ein Traineeprogramm für Techniker. Seitdem durchlaufen die Trainees für insgesamt 15 Monate mehrere Stationen, in denen sie für künftige Aufgaben vorbereitet werden.

 

Die letzten 3 Monate waren Sie im Bereich „Technik Roheisen“ im Einsatz. In welchen Projekten haben Sie aktiv mitgearbeitet?

Harald HuberHarald Huber: Meine Kernaufgaben waren im Projekt „Lebensdauerverlängernde Maßnahmen in der Kokerei“, und dort war ich währenddessen Assistent von Werner Konrad (Projektleitung). In der Phase 1, welche bis 2016 abgeschlossen sein muss, ist die gesamte Kohleaufbereitung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Ein Teilprojekt ist der Ersatz der Hammermühle 1+2 mit Korngrößenoptimierung und Fremdstoffabscheidung.   Meine Aufgabe war es  potentielle Lieferanten zu finden und technische Gespräche zum benötigten Prozessequipment und Fördertechnik zu führen. Das Endziel war die gesamte Beschaffungskette  von der Anfrage bis zur technischen und kommerziellen Endverhandlung zu durchlaufen. Dabei konnte ich regelmäßig auf meine mehrjährige Projekterfahrung aus dem Anlagenbau zurückgreifen und diese gewinnbringend im Team einbringen. Eine weitere Aufgabe im Bereich TR war im Bereich der Anlagentechnik eine Lösung für die Problemstellung Sinterbandschieflauf/Schwergang zu finden.

Fabian DuschelFabian Duschel: Ich unterstützte das Team der Investitionsplaner bei der anstehenden Hochofenzustellung 8m (Hochofen 5 & 6) und begleitete dort den Beschaffungsprozess der neuen schweren Arbeitsbühne. In Zusammenarbeit mit dem Betrieb (TRA) und dem Engineering (TSI) habe ich eine Anfragespezifikation erstellt und mit dem Einkauf die Beschaffung gestartet. Im September wollen wir die Bühne bereits in einem Probezusammenbau außerhalb des Ofens testen.

 

Gab es für sie auch die Möglichkeit gemeinsam ein Problem zu lösen?

Harald Huber: Ja, im Projekt Hochofenzustellung 8m haben wir gemeinsam ein Wechselkonzept für die neuen Stopfmaschinen erarbeitet. Die 20 t schwere Maschine wird am Hochofen an einer schwer zugänglichen Stelle außerhalb des Einflussbereichs des Gießhallenkrans positioniert. Durch die schwer zugängliche Platzsituation rund um den Abstich war es die Herausforderung, eine einfache und sichere Lösung zu finden, die vom Betriebspersonal zur Manipulation der nicht ortsgebundenen Wechseleinrichtung einen minimalen körperlichen Aufwand erfordert.

Fabian Duschel: Schlussendlich haben wir eine einfache Lösung gefunden, aber bis dahin haben wir mehrere Konzepte entworfen und wieder verworfen. Wir hoffen, dass das zuständige Fachpersonal mit unserer Lösung zufrieden ist und wir die optimale Lösung für alle gefunden haben.

 

Was hat Sie in diesem Bereich (Technik Roheisen) am meisten beeindruckt?

Harald Huber: Dieser Teil der Produktionskette ist sehr „prozessgetrieben“ und es wirken viele schwer zu handhabende Randfaktoren auf den metallurgischen Prozess ein. Dies macht die Arbeit für einen Technologen hier besonders interessant und herausfordernd, denn es gelten trotz sich ändernder Bedingungen an Möller-,  Energieträger- und  Reduktionsmitteleinsatz eng gesetzte Qualitätskriterien für das gewonnene Roheisen. Es ist besonders wichtig, dass hier gut ausgebildetes,  geschultes und pflichtbewusstes Personal am Werk ist. Ich persönlich habe es sehr genossen, dass ich vom ersten bis zum letzten Tag zu 100% ein Teil des Teams war und mit vielen erfahrenen Personen zusammenarbeiten konnte.

Fabian Duschel: Als Maschinenbauer war dieser Bereich komplettes Neuland für mich. Das raue Arbeitsumfeld beim Rohstoffhandling und am Hochofen unterscheidet sich doch stark von den sauberen Umgebungsbedingungen im Bereich Kaltband/Veredelung. Aus produktionstechnischer Sicht ist es einer der wichtigsten Bereiche und Stillstände oder Produktionsausfälle jeglicher Art müssen unbedingt verhindert werden. Ein Garant dafür ist vor allem ein perfekt eingespieltes Team mit fundiertem Fachwissen und Know-how. In diesem Team habe ich mich sehr wohl gefühlt und die letzten drei Monate werden mir vor allem wegen dem lockeren und kollegialen Umgang in guter Erinnerung bleiben.

 

Christopher Eberl