Interview mit Technik-Trainee Harald Huber 3 Minuten Lesezeit
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Interview mit Technik-Trainee Harald Huber

Christopher Eberl
Holds editorial responsibility for career topics and for the apprentice website. His stories offer insights into the world of work at voestalpine.

Im folgenden Interview gewährt Technik-Trainee Harald Huber Einblicke in sein letztes Projekt, welches er insgesamt 5 Wochen begleiten durfte. Mit einem internen Projektteam widmete er sich dem Thema „Abschlackanlage“.

Abschlackeinrichtung FeuerverzinkungHerr Huber, die letzten 5 Wochen waren Sie im Bereich „Technische Services“ (TS) im Einsatz. In welchem Projekt haben Sie aktiv mitgearbeitet?

Technik-Trainee Harald HuberHarald Huber: Meine Aufgabe war die Einplanung der Abschlackanlage in die bestehende Feuerverzinkung 2 inklusive Risikobetrachtung. Im Anlagen-Engineering zur Konstruktion und Einplanung der Systemelemente arbeitete ich im Team von Alois Schönauer (TS), im Bereich der Anlagensicherheit war mein Ansprechpartner Karl Wegerer. Um Oberflächenfehler am verzinkten Bandstahl zu vermeiden, ist es notwendig, die am Zinkbad schwimmende Schlacke in kontinuierlichen Zeitabständen abzuziehen. Der Roboter als zentrales Element des Abschlacksystems hat dabei zwei wesentliche Funktionen:

  • Abziehen: Die Schlacke wird dabei an der Zinkbadoberfläche in den zwei horizontalen Raumrichtungen abgezogen
  • Ausräumen: Die aufgeschmolzene Schlacke wird mittels Schöpfwerkzeug entnommen und in den Schlackenkübel entleert.

Derzeit wird diese Tätigkeit mittels einer Abschlackstange manuell durch einen Mitarbeiter, und unter Zuhilfenahme eines halbautomatischen Schlackenmanipulators ausgeführt. Da diese Aufgabe gewisse Restrisiken birgt, wird in Zukunft der komplette Arbeitsschritt wie konzipiert maschinell ausgeführt.

 

Was waren Ihre konkreten Aufgaben in dieser Konzeptphase?

Harald Huber: Um sich von der Aufgabe ein genaues Bild machen zu können war es notwendig, sich die Gegebenheiten Vorort anzusehen. Danach wurden fehlende Geometriedaten aufgenommen und im Model „Abschlackanlage“ implementiert. Meine Aufgabe umfasste unter anderem die Planung eines Schlackenpodests inklusive Absturzsicherung. Für diesen konstruktiven Stahlbau musste eine überschlägige statische Kontrolle mittels numerischer Festigkeitsrechnung durchgeführt werden. In einem weiteren Schritt wurden Schlackenpot, Spezialwerkzeuge zum Abziehen der Zinkschlacke in zwei Richtungen sowie die Roboter-Grundplatte konstruiert und in das Gesamtmodell eingebunden. Nach der konstruktiven Tätigkeit wurden Kollisionsprüfungen des im Gefahrenbereich arbeitenden Roboters mit Anlagenkomponenten der Feuerverzinkung 2 und der konzipierten Sicherheitseinzäunung durchgeführt.

 

Welche Problemstellungen brachte die Betrachtung der Sicherheit mit sich?

Harald Huber: Zur Sicherstellung der Anlagensicherheit wurden aufgrund einiger Neuerungen der letzten Jahre in der Feuerverzinkung 2 schon mehrere Risikobetrachtungen durchgeführt, diese und die darin angezogenen Normen galt es vorab zu verstehen. Die jüngste Einplanung, das „Abschlacksystem“, wurde ergänzend in die Gefahrenanalyse und Risikobeurteilung aufgenommen. In die Betrachtung wurden Tätigkeiten und dazugehörige Häufigkeiten für Normalbetrieb und Instandhaltung aufgenommen, geltende Normen herangezogen und Schutzmaßnahmen im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG abgeleitet. Ein Ziel dieses Prozesses war es Schutzmaßnahmen zu definieren, welche Personen vor der Gefahrenquelle „Roboter“ schützt, dies geschah in Form einer trennenden Schutzeinrichtung mit elektronisch zugehaltenen Türen und Endlagenüberwachung. Die Signale werden dabei in einer Sicherheitssteuerung erfasst und Verriegelungen definiert.

 

Was hat Sie in diesem Bereich (TS) am meisten beeindruckt beziehungsweise gefallen?

Harald Huber: Dieser Teil des Unternehmens beschäftigt sich im hohen Maß mit Planungen von Anlagenerweiterungen beziehungsweise Anlagenoptimierungen aber auch Neuentwicklungen sowie Layout-Planungen gesamter Anlagen. Dies macht die Arbeit für einen Maschinenbau-Ingenieur hier besonders interessant, herausfordernd und abwechslungsreich. Ein Garant für die gute Zusammenarbeit und den Anforderungen der unterschiedlichen Produktionsbereiche ist vor allem ein perfekt eingespieltes Team mit fundierten Fachwissen und Know-how.

"Ich persönlich habe es sehr genossen, dass ich vom ersten bis zum letzten Tag zu 100 % ein Teil des Teams war und mit vielen erfahrenen Personen zusammenarbeiten konnte."
ZitatHarald Huber, Technik-Traine in der voestalpine Steel Division in Linz