voestalpine erhielt „Green Brands“-Siegel 4 Minuten Lesezeit
Innovation

voestalpine erhielt „Green Brands“-Siegel

Volkmar Held

Am 11. November 2016 wurde voestalpine als erstem stahlproduzierenden Unternehmen das Gütesiegel „Green Brands“ verliehen.

Seit 2011 verleiht die Green-Brands-Organisation Unternehmen und Produkten, die einen maßgeblichen Beitrag für Umwelt und Natur leisten, nach einem mehrstufigen Überprüfungsprozess ihr gleichnamiges Gütesiegel. Um als „Green Brand“ ausgezeichnet zu werden, musste voestalpine sowohl externe Fachleute als auch die unabhängige Jury der Green-Brands-Organisation von ihrem globalen Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsbeitrag überzeugen.

Verleihung des „Green Brands“-Siegels, v. l.: Norbert Lux (Geschäftsführer „Green Brands“), CEO Wolfgang Eder, Fritz Hinterberger (Präsident SERI, Jurymitglied „Green Brands“), Claudia Korntner (CSR-Verantwortliche voestalpine AG), Johann Prammer (Umwelt-Verantwortlicher voestalpine AG)

Verleihung des „Green Brands“-Siegels, v. l.: Norbert Lux (Geschäftsführer „Green Brands“), CEO Wolfgang Eder, Fritz Hinterberger (Präsident SERI, Jurymitglied „Green Brands“), Claudia Korntner (CSR-Verantwortliche voestalpine AG), Johann Prammer (Umwelt-Verantwortlicher voestalpine AG)

Umweltmanagement: Sehr gut

Green Brands-Initiator Norbert Lux erläuterte anlässlich der Verleihung in der voestalpine Stahlwelt die Validierungsergebnisse: „voestalpine überzeugte mit hervorragenden Ergebnissen vor allem in den Hauptkriterien

  • Umweltmanagementsysteme,
  • Corporate Responsibility,
  • Ressourcenverbrauch,
  • Emissionen,
  • Abfallstrategie und
  • interne Bewusstseinsbildung.“

Auch die Jury-Mitglieder, die das entscheidende Urteil abgeben, zeigten sich schließlich überzeugt. Lux: „Rückfragen aus den Reihen der Jury beweisen, dass die Entscheidung kein Selbstläufer war.“ Immerhin unterzog sich mit voestalpine erstmals ein Stahl produzierendes Unternehmen dem Prüfungsverfahren.

Für voestalpine-CEO Wolfgang Eder bedeutet die Verleihung des Green Brands-Siegels eine Auszeichnung für alle Unternehmensbereiche, da beispielsweise Maßnahmen der transparenten Stakeholderkommunikation und des sozialen Engagements ebenso in die Bewertung eingeflossen seien wie Fakten aus dem unmittelbaren Umwelt-Bereich.

"„Die Auszeichnung als ‚Green Brand‘ ist der Beweis, dass erfolgreiches wirtschaftliches Handeln und erfolgreiche Wahrnehmung sozialer und ökologischer Verantwortung keine Widersprüche sein müssen.“ "
ZitatWolfgang Eder

Kein leichter Weg

voestalpine wurde von einem Green-Brands-Medienpartner als Kandidat empfohlen. Der Konzern nahm die Nominierung an und hatte sich damit einem umfangreichen Validierungsprozess zu unterwerfen, dessen mehr als 60 komplexe Fragestellungen nicht einfach per Abhaken zu erledigen waren. Nicht jeder Kandidat schließe daher das Validierungsverfahren erfolgreich ab, weiß man bei Green Brands. Gut 30 Prozent der Kandidaten brächen das Verfahren ab. Gründe seien oft eine Unterschätzung des Aufwandes, aber auch die unerbittlichen Richtlinien, die exakte Nachweise über die Erfüllung der Kriterien fordern.

Das Green Brands-Auszeichnungsverfahren:

  • Stufe 1. Nominierung des Kandidaten durch Marktforschung, durch Vorschläge von NGOs, Medienpartnern, Jury-Mitglieder bzw. durch andere „Green Brands“.
  • Stufe 2. Validierung anhand eines mehr als 60 Punkte umfassenden Kriterienkatalogs, ausgearbeitet und begutachtet durch externe wissenschaftliche Gremien (z. B. SERI, ALLPLAN). Wurde die Benchmark von 51 Prozent erreicht, gelangt das Verfahren zur
  • Stufe 3. Die unabhängige Jury begutachtet die Validierungsergebnisse, holt ggf. weitere Informationen ein und entscheidet mit Zweidrittel-Mehrheit über die Vergabe des Green Brands-Siegels.
  • Nach zwei Jahren kann in einem Revalidierungsprozess die Gültigkeit des Siegels um weitere zwei Jahre verlängert werden.

Prozess nutzt der eigenen Arbeit

voestalpine-Umweltleiter Johann Prammer hat den Validierungsprozess des Konzerns aktiv begleitet und zieht aus ihm einen zusätzlichen Nutzen. „Das Green-Brands-Verfahren hält uns den Spiegel vor und legt den Finger auf Punkte, in denen wir uns noch verbessern können. Das Verfahren wird so zu einem Teil unserer Roadmap für die kommenden Jahre. Schließlich wollen wir uns in zwei Jahren der Revalidierung als „Green Brand“ stellen.“
Für Claudia Korntner, CR- (Corporate Responsibility-)Verantwortliche der voestalpine, bestätigt die Bewertung der CR-Aktivitäten durch Green Brands den von voestalpine eingeschlagenen Weg. Beispielhaft stünden dafür die konzernweite Erfassung von CR-Indikatoren vieler Produktionsgesellschaften oder das Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette.

Fakten überzeugen

Zu den überzeugenden Fakten, mit denen voestalpine im Validierungsprozess punktete, gehören:

  • Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein als Unternehmenswert, der von Mitarbeitern weltweit gelebt wird.
  • Die Senkung prozessbedingter Emissionen je Tonne Rohstahl in den letzten drei Jahrzehnten (z. B. um 22 % bei Kohlendioxid oder 95 % bei Stäuben).
  • Der Beitrag von voestalpine-Stählen zur nachhaltigen Ressourcenschonung (Leichtbau-Stähle im Automobilbau, Werkstoffe zur Steigerung der Energieeffizienz).
  • Weltweites soziales Engagement (Lehrlings-Initiativen, umfassende und transparente interne Kommunikation und Bewusstseinsbildung, Förderung von Arbeitssicherheit und Gesundheit).

Anerkanntes Label

Mit „Green Brands“ etabliert sich seit fünf Jahren ein internationales Gütezeichen für ökologisches und nachhaltiges Handeln. Fritz Hinterberger, Präsident des Europäischen Nachhaltigkeitsinstituts SERI und Green Brands-Jurymitglied: „Mit dem Green-Brands-Siegel werden Unternehmen und Produkte ausgezeichnet, die nicht nur einzelne Umweltprojekte durchführen, sondern insgesamt umweltgerecht ausgerichtet sind.“ Verbraucherorganisationen heben insbesondere den konsequenten Qualitätsanspruch dieses Siegels hervor, das damit nicht nur eine Orientierungshilfe biete, sondern geeignet sei, Verbesserungen in ökologischen, sozialen und anderen validierten Bereichen zu bewirken. Derzeit baut die Organisation ihre Kompetenzen in weiteren europäischen und asiatischen Ländern aus, was bei dem stringenten Kriterienkatalog oft nicht einfach sei, erläutern Norbert Lux und Fritz Hinterberger.

Zu den Green Brands in Österreich zählen derzeit unter anderem Palfinger, Brau Union, Römerquelle und die Bio-Kette denn’s.

Weitere Informationen:

Volkmar Held