Optimierte Lagerverwaltung dank RFID-Technologie 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Optimierte Lagerverwaltung dank RFID-Technologie

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

Sie sind klein, unauffällig und den meisten bisher vor allem als Diebstahlschutz bekannt: Funketiketten, so genannte RFID-Tags. Bei voestalpine Polynorm BV in Bunschoten erhalten sie jetzt eine wichtige Rolle.

Ungefähr 4.000 verschiedene, tonnenschwere Presswerkzeuge kommen bei voestalpine Polynorm BV in Bunschoten, Niederlande, zum Einsatz. Der Spezialist für Automobil- Außenhautteile kann sich damit auf die vielfältigen Wünsche seiner Premiumkunden genau einstellen. Mehrere tausend Presswerkzeuge gilt es also pünktlich vom Lager an die Pressen und zurück zu bringen, ohne Verzögerungen. In der Vergangenheit wurde die Lagerverwaltung weitgehend manuell und mit handschriftlichen Protokollzetteln abgewickelt, was fehlerbehaftet und zeitaufwändig war. Daher entschloss man sich, das manuelle System zur Gänze abzulösen und die Lagerverwaltung mittels eines RFID-Systems über Barcodes zu optimieren.

Das RFID-Team aus Bunschoten hat Bahnbrechendes geleistet: v.l.n.r.: Volker Ruitinga, Peter Altena und Bert Koelewijn.

Das RFID-Team aus Bunschoten hat Bahnbrechendes geleistet: v.l.n.r.: Volker Ruitinga, Peter Altena und Bert Koelewijn.

Wofür steht RFID?

RFID steht für “Radio Frequency IDentification” und ist eine Technologie, die es erlaubt, mit Transpondern (so genannten Funketiketten oder RFID-Tags) ausgestattete Gegenstände über Magnetfelder oder Radiowellen zu lokalisieren und zu identifizieren. Die Nutzung kleinster, batterieloser (passiver) Tags erlaubt einen kostengünstigen Masseneinsatz, wie z. B. beim Diebstahlschutz, in Bezahl- und Ausweissystemen.

Einsatzgebiet mit Herausforderungen

Dass die RFID-Technologie bisher noch nicht zum Einsatz kam, liegt daran, dass die Identifikation über elektromagnetische Wellen bei den gewaltigen Metallmengen, die in Bunschoten lagernd sind, problematisch ist. Eine große Herausforderung waren z. B. Interferenzen und überlappende Funkfrequenzen. Sie machten die eindeutige Identifikation der einzelnen Tags über eine große Entfernung fast unmöglich. Dem Team ist es jedoch in der einjährigen Entwicklungs- und Testphase gelungen, ein System zu implementieren, das mit 15 m (der Maximalhöhe eines Lagerkrans) über eine ausreichende Reichweite verfügt. Dazu kamen neue Empfangsgeräte und RFID-Tags, die speziell für diese Einsatzsituation entwickelt wurden. Eine große Hilfe waren dabei auch die Erfahrungen, die bereits im Linzer Stahlwerk mit der RFID gewonnen wurden.

Einsatz von 8.000 Tags

In Bunschoten werden bis zu 8.000 Transponder angebracht, je einer an der Ober- sowie der Vorderseite jedes Presswerkzeugs. Sender, die an den Ladekränen installiert sind, nehmen „Kontakt“ mit ihnen auf und übertragen die Daten über Einsatz- bzw. Lagerort und Zeitpunkt an eine Datenbank, sodass diese Informationen in Echtzeit vorliegen. Das hilft, die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und logistische Operationen mit größerer Präzision auszuführen.

Viktoria Steininger