Fülldrähte sind gefragt 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Fülldrähte sind gefragt

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Fülldrahtelektroden, kurz Fülldrähte, sind als Schweißzusatzstoffe in anspruchsvollen Technologien weltweit gefragt.

Fülldrähte (engl. „cored wires“) sind mit metallischen bzw. mineralischen Pulvern gefüllte Röhrchen, die in Einform- und Ziehanlagen zu Drähten mit dem entsprechenden Durchmesser hergestellt werden. Sie haben im Vergleich zu Massivdrähten eine höhere Abschmelzleistung, die wiederum eine höhere Schweißgeschwindigkeit ermöglicht.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Fülldrähten:

voestalpine-fuelldraht-gefalzt1. Gefalzter Fülldraht = formgeschlossener Fülldraht

Vorteil: Gefalzte Fülldrähte sind leistungsstärker.

 

 

 

 

 

voestalpine fuelldraht nahtlos
2. Nahtloser Fülldraht = Röhrchenfülldraht

Vorteil: Nahtlose Fülldrähte sind zu 100 Prozent vor Feuchtigkeitsaufnahme geschützt.

 

Zukunftsweisendes Portfolio

Die voestalpine Böhler Welding Gruppe bietet sowohl gefalzte als auch nahtlose Fülldrähte an und verfügt über das weltweit umfassendste Portfolio an Fülldrähten überhaupt.

 1. Herstellung von gefalztem Fülldraht

Gefalzter Fülldraht wird aus einem Band un- bzw. hochlegierten Grundmaterials hergestellt. Dieses Band wird zu einer U-Form gewalzt und kontinuierlich mit der jeweils geeigneten Pulvermischung befüllt. Mittels Walztechnologie wird die U-Form dann zu einem geschlossenen rohrförmigen Draht verschlossen.

Danach wird der Draht durch Walzen und Ziehen auf Enddurchmesser gebracht und auf eine Spule gewickelt.

  • Bandmaterial
  • Herstellung einer U-Form mittels Walztechnologie
  • Kontinuierliche Befüllung mit metallischen bzw. mineralischen Pulvermischungen
  • Schließen zum rohrförmigen Draht mittels Walztechnologie
  • Verkleinerung auf Enddurchmesser durch Walzen und Ziehen
  • Spulen des Drahtes auf Lieferform

 

2. Herstellung von nahtlosem Fülldraht

Nahtloser Fülldraht wird aus einem Band unlegierten Grundmaterials hergestellt. Aus diesem Band wird ein Röhrchen geformt und per Hochfrequenzschweißen zu einem formgeschlossenen Röhrchen weiterveredelt. Mithilfe von Rütteltischen wird das Röhrchen durch Vibration mit einer festgelegten Menge einer Pulvermischung (chemisch gebundene Mischung von Mineralien und Metallen) gefüllt, auf einen festgelegten Durchmesser vorgezogen und nach einer Wärmebehandlung auf den endgültigen Durchmesser zu einem Draht gezogen und mit Kupfer beschichtet. Zum Schluss wird der Draht auf eine Spule gewickelt.

  • Bandmaterial
  • Herstellung des Röhrchens aus dem Band per Hochfrequenzschweißen
  • Reinigung des Röhrchens innen sowie Wärmebehandlung im Ofen
  • Herstellung der Pulvermischung und Befüllung des Röhrchens mittels Vibration
  • Vorzug und Wärmebehandlung des befüllten Röhrchens
  • Ziehen auf Endabmessung und Beschichtung mit Kupfer
  • Spulen des Drahtes auf Lieferform

 

Das aktuelle Video der voestalpine Image- und Markenkampagne beschäftigt sich mit dem Thema Schweißzusatzstoffe, produziert in Italien und im Film beispielhaft verkauft in Asien bzw. Singapur, dem zweiten wichtigen Öl- und Gas-Zentrum der Welt nach Houston, Texas. Mit dem Thema Schweißzusatzstoffe leistet der Spot einen wichtigen Beitrag für den Schwerpunkt Energie.

Weitere Informationen:

Viktoria Steininger