Die Vorteile der Bandbeschichtung 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Die Vorteile der Bandbeschichtung

Volkmar Held

Den Kühlschrank mit vorbeschichtetem Stahl bauen oder das fertige Gerät erst abschließend mit Farbe und Lack versehen? Die Hersteller haben die Wahl. Mit ihren Produkten erleichtert ihnen voestalpine die Entscheidung zugunsten der umweltfreundlichen und vielfältigen Lösung „Vorbeschichteter Bandstahl“ der Marke colofer®.

Die Hersteller von Kühlschränken und Waschmaschinen nutzen derzeit unterschiedliche Wege:

  • sie beziehen „blanke Bleche“ vom Stahlproduzenten, verarbeiten diese und beschichten sie anschließend;
  • oder sie verwenden bereits fertig vorbeschichtete Bleche für den Bau ihrer Geräte.

Hinsichtlich der ersten Fertigungsstrategie wird argumentiert, dass die Umformungsschritte Beschädigungen an der Oberfläche hervorrufen könnten und zudem das beschichtete Produkt im Einkauf teurer sei. Auf der anderen Seite stehen die bessere Beschichtbarkeit von Stahlband gegenüber der eines Fertiggeräts (z. B. in kritischen Bereichen wie Falzen und Kanten). Die Hersteller erhalten eine vorinspizierte Oberfläche, die frei von Lackierfehlern ist. Außerdem sparen sie die Kosten für eigene Lackierstraßen.

Mehr als Vielfalt

voestalpine bietet den Herstellern von Haushaltsgeräten Produkte an, deren Eigenschaften von ihren eigenen Lackierstraßen nicht ohne weiteres zu erreichen sind. Dazu gehört vorbeschichtetes Bandmaterial der Marke colofer®, dessen Beschichtung fühlbar strukturiert ist. Gravierte Metallrollen bringen mit speziellen Drucktinten graphische Effekte auf den Bandstahl; sogar Edelstahl- und Carbon-Optiken können über diesen Weg angeboten werden. Die breite Basis-Farbpalette wurde in den letzten Jahren um Silberfarbtöne sowie bunte Farben erweitert.

Egal ob bunt, metallicfarben oder strukturiert, das vorbeschichtete Material wird den hohen Anforderungen, die Hersteller hinsichtlich der Umformbarkeit fordern, gerecht. Das wurde zum Beispiel am Bullauge von Waschmaschinen nachgewiesen: Diese runde Öffnung in der Frontwand wird in der Fertigung tiefgezogen – eine Beanspruchung, die Farb- und Lackschichten problemlos überstehen.

„Dass wir es auch schaffen, engste Farbtoleranzen einzuhalten, war eine der Bedingungen der Kunden“, erinnert sich Franz M. Androsch. Der Leiter der voestalpine-Konzernforschung verantwortete in der Anfangsphase der Fertigung vorbeschichteten Materials das Gebiet Forschung und Entwicklung. „Wir mussten zum Beispiel unsere Messtechnik mit der des Geräteherstellers abgleichen. Später war es für uns ein Vorteil, dass wir frühzeitig zu chromfreien Einsatzstoffen gegriffen haben; damit waren wir besser positioniert, als der Gesetzgeber dies forderte.“

Was ist besser?

Die Kunst der Verkäufer ist es schließlich, Hersteller von den technologischen Vorteilen der voestalpine Entwicklungen zu überzeugen. Ein Weg, der mit viel Ausdauer und Wissen zum Erfolg führt. Mit ihrem Können unterstützen sie die Hersteller bei der Entscheidung, ob sie beschichtetes Material kaufen oder diesen Fertigungsschritt selber übernehmen. „Die ‚Weißware‘-Produzenten haben immer selbst lackiert (pulverbeschichtet) und sehen sich als Spezialisten auf dem Gebiet“, erinnert sich Verkaufsleiter Gerhard Maurer an Anekdoten. „Daher muss vor einem Technologiewechsel immer enorme Überzeugungsarbeit geleistet werden um die internen Kritiker zu überzeugen. So hatten wir in der Zulassungsphase bei einem großen Haushaltsgeräteproduzenten einen Widersacher, der uns immer bewiesen hat, dass unser Produkt höhere Ausschussraten hat als seine Pulverbeschichtungsanlage. Bis eines Tages klar wurde, dass unsere Materialien zu 100 Prozent auf Fehler geprüft wurden, seine hingegen nur stichprobenartig. Damit war dann der Bann gebro¬chen und unser flächendeckender Einstieg gesichert.“

Heute gehört voestalpine mit ihrem breiten Sortiment vorbeschichteten Stahlbands der Marke colofer® zu den Top-3-Lieferanten für die Hersteller von Kühlschränken, Tiefkühlern, Geschirrspülern usw.