Choke Point Project – wer kontrolliert das Internet? 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Choke Point Project – wer kontrolliert das Internet?

Stephanie Bauer
Als voestalpine Digital Native der ersten Stunde ist Stephanie Bauer für die Corporate Online & Social Media Strategie verantwortlich, als Chef vom Dienst für das Themenmanagement im Newsroom.

Im Zuge der Ars Electronica Gala 2011, am 2. September, wurden die Goldenen Nicas an die Gewinner des diesjähirgen Prix Ars Electronica übberreicht. "The next idea- voestalpine Art and Technology Grant" ging dabei an das Choke Point Projekt der P2P Foundation.

[the next idea] voestalpine Art and Technology Grant

Als langjähriger Sponsorpartner unterstützt voestalpine den Prix Ars Electronica und ermöglicht mithilfe des Stipendiums [the next idea] voestalpine Art und Technology Grant die Verwirklichung neuer Ideen. Aus den insgesamt 3.611 eingereichten Projekten aus insgesamt 74 Ländern, ging das Choke Point Project der P2P Foundation (NL) als Sieger hervor. Gerhard Kürner überreichte das Stipendium an die beiden Gewinner James Burke und Chris Pinchen.

Beeinflusst durch die Aufstände in der arabischen Welt wirft das „Choke Point Project“ die Frage auf, wer eigentlich Kontrolle über das Internet ausübt. “Das Internet wird als frei, offen und für alle zugänglich wahrgenommen, aber das ist es nicht. Es wird mehr oder weniger kontrolliert von Unternehmen, von Staaten. Manche Länder sind nur über wenige zentrale Punkte mit dem Internet verbunden, diese choke points, diese Engstellen in der Infrastruktur sind leicht auszuschalten – wir haben das in Ägypten oder in Libyen erlebt.“, erklärt Chris Pinchen. Allgemein als dezentrales Medium wahrgenommen, hat sich die Meinung verbreitet, dass das Internet jenseits von Machtbeziehungen und autoritären Strukturen ungehindert als Kommunikationsmittel genutzt werden kann. Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch, dass diese Auffassung keinesfalls der Realität entspricht. Viel mehr haben einzelne PolitikerInnen die Möglichkeit das Internet für ganze Nationen auszuschalten. Initiiert von der „P2P Foundation“ ist es erklärtes Ziel dieses Projekts, Knotenpunkte des Internets ausfindig zu machen und darauf hinzuweisen, wie einfach es ist die Internetverbindung für weite Teile der Bevölkerung zu kappen. James Burke erklärt die Funktionsweise der “Landkarte des Internets” folgermaßen: “Wir haben eine Website initiiert, mit der wir die weltweiten choke points zeigen und Attacken auf die Strukturen des Internets dokumentieren.” Über eine Visualisierung hinaus sollen auch Möglichkeiten und Strategien gesammelt werden, die es ermöglichen genau solche Schwachstellen zu umgehen – mit dem Ziel, das Internet aus Machtstrukturen herauszulösen und die Kontrolle den einzelnen Individuen zu überlassen.

Der Prix Ars Electronica gilt seit 1987 als Trendbarometer der internationalen Medienkunstszene und wurde in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen. Jährlich werden die besten zeitgenössischen Arbeiten von einer hochkarätigen Jury mit dem Goldnen Nicas ausgezeichnet. Derzeit werden die Preise in sieben Kategorien verliehen.