DTM und MotoGP: Freud und Leid aus österreichischer Sicht 2 Minuten Lesezeit
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DTM und MotoGP: Freud und Leid aus österreichischer Sicht

Timo Völker
Timo Völker is head of the motorsports section at "Die Presse", a daily newspaper in Austria.

Österreich mischt in den spannenden Rennserien DTM und MotoGP munter mit, auch wenn das DTM-Rennwochenende am Red Bull Ring in Spielberg nicht nach Wunsch verlaufen ist.

Das Wichtigste zuerst: Noch ist alles drin für Lucas Auer, noch kann der Tiroler seinem Team Mercedes-AMG zum Meistertitel verhelfen. Das käme einem historischen Unterfangen gleich: Mercedes ist seit 2010 ohne Titel und verabschiedet sich mit Ende dieser Saison aus der Rennserie. Auer hat von den Mercedes-Piloten nach Punkten weiterhin die besten Chancen, ein solches Abschiedsgeschenk zu schnüren.

Leicht wird das freilich nicht, und das Rennwochenende am Red Bull Ring in Spielberg hat Auer diesem Ziel nicht näher gebracht. Gerne hätten wir statt des mauen Resultats im ersten Lauf (Platz acht) und des Ausfalls im zweiten einen Erfolg gesehen, aber: That’s Racing.

Von diesem Schönheitsfehler abgesehen, ist uns die DTM nichts schuldig geblieben. Das finale Match der spektakulären V8-Rennwagen von Audi, BMW und Mercedes in Hockenheim (13. bis 15. Oktober) beschließt eine Saison, die man in dieser Form nicht mehr sehen wird.

Auf zwei Rädern weniger tagte zur gleichen Zeit die MotoGP im katalanischen Aragón – ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Rennen. Wir konnten zum einen die Errungenschaften, ja Wunder der modernen Sportmedizin bestaunen – Valentino Rossi, der sich vor drei Wochen beim Motocrossfahren ein Bein gebrochen hatte und nur ein Rennen lang pausierte, stürmte im Qualifying auf Platz drei in der Startaufstellung, lag zeitweise auf dem zweiten Rang und beendet das atemberaubende Rennen auf Platz fünf.

KTM-Motorräder mit voestalpine-Technologie am Vormarsch

Zum andern schreitet das österreichische Red Bull-KTM-Team in seiner ersten vollen Saison in der MotoGP zügig voran, wesentlich schneller jedenfalls, als man das selbst für möglich gehalten hätte. Die Annahme war, dass man im ersten Jahr mit rund einer Sekunde Rückstand pro Runde auf die Spitze zu rechnen hätte, tatsächlich betrug dieser Rückstand in Aragón nur noch eine halbe Sekunde. Mit den Rängen zehn und elf (Pol Espargaro, Mika Kallio) klopft KTM ein weiteres Mal entschlossen bei den Top Ten der hochklassigen Rennserie an.

Der rasante Erfolg darf auch als Belohnung für die „Wer wagt, gewinnt“-Mentalität des oberösterreichischen Teams gelten. Mit dem von der voestalpine zugelieferten Stahlgitterrohrrahmen der Motorsport-Rennrads RC16 setzt KTM als einziger im Feld auf diese Technologie. Vor der Winterpause stehen also noch sehenswerte Rennen am Kalender – in der DTM wie in der MotoGP.

Timo Völker