Dieser Beitrag ist auch auf EN verfügbar. Jetzt lesen

Die etwas andere Annäherung an Engel

2016 geht der Höhenrausch über den Dächern der Stadt in seine vierte Runde: Diesmal wird der voestalpine open space zum „Spiegelraum“. Museumsdirektor Martin Sturm weiß dazu mehr.

Das Thema des heurigen Höhenrausch lautet „Andere Engel“. Was ist so anders an den Höhenrausch-Engeln?

martin-sturm-eva-schlegel

Martin Sturm, Künstlerischer Leiter des OÖ Kulturquartiers, und Eva Schlegel, Künstlerin der diesjährigen Installation im open space

In unserer katholischen Tradition stellen wir uns Engel als personalisierte Wesen vor, mit Flügeln und Faltenwurf, wir haben da fixe Bilder im Kopf. Aber diese Vorstellung greift zu kurz, denn Engel als Wesen zwischen „Himmel“ und Erde gab und gibt es in allen Zeiten und Kulturen und in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Im Rahmen des Höhenrauschs betrachten wir das Thema deshalb aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Worauf dürfen sich die Besucher heuer am meisten freuen?

Wir nähern uns den Engeln auf vielen verschiedenen Ebenen: Neben den biblischen gibt es die Alltagsengel, die medialen Engel, die fremden Engel und die musikalischen Engel. Und auch das spielerische Element darf heuer nicht fehlen: Es gibt einen Flying Fox, mit dem man langsam, quasi „engelsgleich“, über den OK-Platz schweben kann. Auch der voestalpine open space ist heuer ganz neu erlebbar – im Rahmen des „Spiegelraums“ von Eva Schlegel.

Was ist das Besondere am voestalpine open space?

Nun, er macht vieles möglich, aber er ist nicht einfach zu bespielen. Er braucht Kunstschaffende, die stark raumbezogen arbeiten und die über eine große Vorstellungskraft verfügen. Eva Schlegel ist so eine Künstlerin, übrigens die bedeutendste österreichische Künstlerin neben Valie Export.

Was erleben Besucher im „Spiegelraum“?

Die Installation vervielfältigt den open space und erweitert ihn in die unterschiedlichsten Richtungen – sich selbst sieht man dabei aber nicht im Spiegel. Der Raum ist der Hauptdarsteller, er ist der Star, aber einer, der die Grenze zwischen Wirklichkeit und Nicht-Wirklichkeit verwischt. Man weiß nicht mehr, was ist oben, was unten, was ist da und was nicht. Mit diesen Wahrnehmungsüberschreitungen führt uns der open space vor Augen, was Kunst mit uns anstellen kann, nämlich auf neues Terrain bringen, uns sensibilisieren, gewohnte Ansichten zu hinterfragen.

Die Zusammenarbeit mit der voestalpine geht heuer ins dritte Jahr. Was zeichnet diese aus Ihrer Sicht aus?

Das Interessante ist es, dass wir den open space jedes Mal neu aufladen und damit neu erlebbar machen. Wir zeigen damit das Potenzial der Veränderung, die Möglichkeit, Dinge neu zu sehen. Das ist doch die ureigene Aufgabe von Kunst. Und das passt auch zum Unternehmen – der Innovationsgeist, dieses „Einen Schritt voraus“ wird im open space erlebbar, sinnlich spürbar durch die Körpererfahrungen, die man hier oben machen kann.

Der Raum ist der Hauptdarsteller, er ist der StarMartin Sturm

voestalpine open space

Höhenrausch Linz

Ähnliche Posts

Kommentar hinterlassen

Bitte beachten Sie die Hinweise zu Kommentaren für die Nutzung der Kommentarfunktion auf diesen Seite