16 asylberechtigte Jugendliche starten ihre Lehre im voestalpine-Konzern 5 Minuten Lesezeit
Engagement

16 asylberechtigte Jugendliche starten ihre Lehre im voestalpine-Konzern

Christopher Eberl
Holds editorial responsibility for career topics and for the apprentice website. His stories offer insights into the world of work at voestalpine.

Der 1. September war für rund 250 Jugendliche in Österreich ein ganz besonderer Tag: Es war ihr erster Arbeitstag als Lehrling in der voestalpine. Zusätzlich begrüßte der Industrie- und Technologiegüterkonzern in diesem Jahr 16 asylberechtigte Jugendliche als neue Auszubildende in Linz, Kapfenberg, Donawitz und Zeltweg.

Am 1. September haben nun 16 asylberechtigte Jugendliche ihre Ausbildung in Linz, Kapfenberg und Donawitz begonnen. Diese zusätzlichen Lehrstellen wurden im Rahmen der Flüchtlings- und Integrationshilfe der voestalpine geschaffen. Die Vorbereitungen und die Auswahl der potenziellen Lehrlinge wurden direkt in den jeweiligen voestalpine-Gesellschaften durchgeführt und durch eigene Qualifizierungsprogramme begleitet und unterstützt.

Einzigartiges Qualifizierungsprogramm in Linz

Die voestalpine Steel Division in Linz startete zur Auswahl (mit Unterstützung des VSG und WIFI) geeigneter Lehrlinge ein eigenes und einzigartiges Qualifizierungsprogramm. Jene 15 Personen, die in einer ersten Schnupperphase durch ihr Engagement und handwerkliches Geschick positiv aufgefallen sind, konnten das vertiefende Qualifizierungsprogramm für rund 6 Wochen im Ausbildungszentrum in Linz besuchen. Neben der Vermittlung von Soft Skills, wie Pünktlichkeit oder Umgang mit Regeln und Vorgesetzten, lag der Schwerpunkt auf der Vermittlung von fachlichen Begriffen und Grundfertigkeiten im Metall- und Elektrobereich. Mit theoretischen Tests beziehungsweise Projektarbeiten (Erstellung von Kerzenleuchter oder Blechbehälter) konnte man gut überprüfen, ob die Bewerber die neu erlernten Inhalte gut verarbeiten können.

Nach diesem mehrwöchigen Qualifizierungsprogramm konnten sich 5 asylberechtigte Jugendliche (aus Syrien, dem Irak und Afghanistan) für eine Lehrausbildung am Standort Linz empfehlen. Sie traten bereits am 1. September ihre 3,5-jährige Lehre zum Prozesstechniker bei der voestalpine Stahl GmbH an. Sie werden vom ersten Tag an in die Ausbildungsgruppen integriert und erhalten bewusst keinen Sonderstatus, um so die Integration zu erleichtern. Von den übrigen Teilnehmern aus dem Qualifizierungsprogramm wurde insgesamt 4 Personen am 31. August ein TÜV-Schweißzertifikat überreicht. Somit verfügen sie über ein erstes Rüstzeug für die Zukunft im Berufsleben. Weitere 4 Personen erhielten eine Teilnahmebestätigung und 2 Personen (eine Person mit Nachholbedarf in der Sprachkompetenz und eine Person, die eine Abend-HTL besuchte und somit „überqualifiziert“ war) mussten das Qualifizierungsprogramm frühzeitig abbrechen. Das Projektteam rund um das Ausbildungszentrum in Linz ist rundum mit dem Abschluss des Programms zufrieden – ab der ersten Minute wurden zum Beispiel auch die Ausbilder mit eigenen Workshops auf die neue Situation vorbereitet.

Neue Perspektiven in der Steiermark

In Kooperation mit dem AMS Steiermark wurden in einem ersten Schritt in der Steiermark 18 asylberechtigte Jugendliche in das Qualifizierungsprogramm, das durch das bfi Leoben durchgeführt wurde, aufgenommen. Ziel war es die Jugendlichen  auf den Auswahlprozess – die Aufnahmeprüfung und das Schnuppertraining bei der voestalpine Stahl Donawitz GmbH in Leoben und Böhler Edelstahl GmbH & Co KG in Kapfenberg – vorzubereiten.

16 asylberechtigte Jugendliche starten ihre Lehre im voestalpine-Konzern

In Kapfenberg wurden am 1. September 75 neue Lehrlinge – davon 4 asylberechtigte Jugendliche – begrüßt.

Zunächst lag der Fokus  auf dem Erlernen der deutschen Sprache und auf der Vermittlung einer allgemeinen metallischen Grundausbildung. Im Rotationsprinzip konnten dann die potenziellen Lehrlinge – in Abständen von 1 bis 2 Tagen – die einzelnen Bereiche des Ausbildungszentrums kennenlernen und sich so für eine Lehre empfehlen. Für die Verantwortlichen des Ausbildungszentrums war dieses Rotationsprinzip wichtig, um herauszufinden, welche Fähigkeiten  und Talente bei jedem Einzelnen vorhanden sind und welche Lehrberufe grundsätzlich in Frage kommen.

Paul Felsberger, Personalverantwortlicher der Metal Engineering Division, zeigt sich sehr erfreut über die Kooperation mit dem AMS Leoben und dem bfi Leoben und ist stolz auf die  positive Absolvierung des Aufnahmeprozesses der Jugendlichen:

"Die Zusammenarbeit mit dem AMS Steiermark und dem bfi Leoben hat sehr gut funktioniert, denn die Jugendlichen konnten in dem Qualifizierungsprogramm sehr viel lernen. Ich habe mich vor Ort selbst von den Fähigkeiten und der Motivation der Lehrlinge überzeugen können und bin überzeugt, dass sie die Ausbildung mit vollem Engagement und erfolgreich absolvieren werden."
Paul Felsberger, Personalverantwortlicher der Metal Engineering Division

7 Jugendliche absolvierten schließlich im Ausbildungszentrum der Böhler Edelstahl GmbH & Co KG das zweiwöchige Schnuppertraining und legten am Ende eine Aufnahmeprüfung ab.  11 weitere Jugendliche absolvierten denselben Aufnahmeprozess bei der voestalpine Stahl Donawitz GmbH in Leoben. Insgesamt  11 jugendliche Asylberechtigte konnten sich schlussendlich für eine Ausbildung qualifizieren und stehen seit 1. September in einem regulären Lehrverhältnis: 4 Jugendliche sind nun bei der Böhler Edelstahl GmbH & Co KG tätig , 6 weitere haben eine Lehrstelle bei der voestalpine Stahl Donawitz GmbH in Leoben  erhalten und eine ist fortan bei der voestalpine VAE GmbH in Zeltweg beschäftigt.

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6 asylberechtigte Jugendliche begannen ihre Lehre bei voestalpine am Standort Donawitz

Das Ziel ist jetzt, nach Beginn der Lehre, die Jugendlichen so schnell wie möglich zu integrieren. Deshalb werden die Verantwortlichen des Ausbildungszentrums in Kapfenberg das „Lehrbetriebsmigranten-Coaching“ der WKO in Anspruch nehmen. Man ist aber – aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit den engagierten Jugendlichen – überzeugt, dass die Integration schnell gelingen wird.

"Meine Erwartung ist, dass die asylberechtigten Jugendlichen aufgrund ihrer Motivation eine Bereicherung für unsere Ausbildung sein werden. Bereits während der Schnuppertage in unserem Ausbildungszentrum waren die 4 Jugendlichen sehr engagiert und ehrgeizig. Sie sind stolz, dass sie bei uns eine Ausbildung absolvieren dürfen und freuen sich auf die neue Herausforderung."
Josef Luipl, Personalverantwortlicher bei Böhler Edelstahl GmbH & Co KG

 

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Christopher Eberl